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Der Notverkauf – Ein Rettungsring in stürmischen Zeiten

Der Notverkauf (auch „Distressed M&A“-Fall genannt) bezeichnet den Verkauf eines wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmens unter Zeitdruck

Die Corona-Pandemie bestimmt aktuell das Tagesgeschehen in Deutschland und sorgt zunehmend für Zukunftsängste bei mittelständischen Unternehmen. Viele Unternehmer denken in dieser sich zuspitzenden Situation bereits an die Insolvenz und suchen händeringend nach passenden Lösungen.

Sollten die Bemühungen zur Unternehmensrettung aus eigener Kraft jedoch fehlschlagen, stellt der sogenannte Notverkauf oftmals die letztmögliche Alternative für Gesellschafter und Stakeholder dar.

Was ist ein Notverkauf und wie läuft er ab?  
Ein Notverkauf wird im Corporate Finance-Jargon auch „Distressed M&A“-Fall genannt und bezeichnet den Verkauf eines wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmens unter Zeitdruck. Der Unterschied zu einer klassischen M&A-Transaktion auf der Verkäuferseite liegt in der meist deutlich begrenzten Anzahl an Kaufinteressenten, der kürzeren Dauer des Verkaufsprozesses und der schlechteren Verhandlungsposition des Verkäufers. Während ein klassischer Verkaufsprozess in der Regel zwischen sechs und acht Monate in Anspruch nimmt, steht für einen Notverkauf zumeist nur die Hälfte dieser Zeit zur Verfügung. Das Resultat des gesteigerten Zeitdrucks ist, dass Investoren keine gründliche Due Diligence (Sorgfältigkeitsprüfung) vornehmen können und somit (im Falle eines Kaufes) ein deutlich erhöhtes unternehmerisches Risiko eingehen. Aufgrund dieser Ausgangslage ist es für den verkaufsinteressierten Unternehmer oftmals sehr schwierig einen Kaufinteressenten zu finden. Sollte er jedoch einen potentiellen Käufer gefunden haben, wird dieser die inferiore Verhandlungsposition der Verkaufsseite mit größter Wahrscheinlichkeit dazu nutzen, das Unternehmen deutlich unter Marktwert zu erwerben.

Der Zeitdruck ist die Achillesferse des Notverkaufs
Im Rahmen eines Notverkaufs stellt der Zeitdruck die größte Herausforderung dar. Ein mittelständisches Unternehmen, welches diesen Schritt geht, steht in der Regel kurz vor der Insolvenz. Folglich muss schnell gehandelt werden, da eine öffentliche Bekanntmachung der Krisenlage die prekäre Situation oftmals dramatisch verschlimmert. Wird nicht rechtzeitig gehandelt drohen im schlimmsten Fall die Know-how-Träger abzuwandern, Lieferanten werden ihre Zahlungsziele verkürzen und Banken streichen mit sofortiger Wirkung sämtliche Kreditlinien. Wird die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens nicht rechtzeitig gemeldet drohen dem Unternehmer zudem rechtliche Konsequenzen wegen Insolvenzverschleppung.
Um diesem Dilemma zu entgehen, empfiehlt es sich bereits bei den ersten Anzeichen einer Krisenlage einen M&A-Berater zu konsultieren. Das Team der CF-MB besitzt aufgrund seines langjährigen Investment Banking-Hintergrundes eine umfassende Expertise im Verkauf von Unternehmen. Als Kooperationspartner im Sparkassennetzwerk verfügen wir über ein breites internationales Netzwerk, was wir in der Vergangenheit bereits dazu nutzen konnten mehrere Distressed M&A-Fälle erfolgreich zu beraten. Das folgende Praxisbeispiel eines unserer früheren Mandanten, soll Ihnen einen Eindruck davon geben, wie eine Zusammenarbeit mit der CF-MB bei einem Notverkauf aussieht.

Praxisbeispiel: Notverkauf eines mittelständischen Unternehmens
Im konkreten Fall trat ein Firmenkundenberater der Sparkasse an uns, die Corporate Finance Mittelstandsberatung (CF-MB) heran, um den Notverkauf eines seiner betreuten Unternehmen anzustoßen. Bei dem Kunden handelte es sich um einen Hersteller in der Farben- und Lackindustrie, der nach einer gescheiterten Unternehmensnachfolge in Liquiditätsprobleme gekommen war. Die Kreditlinien bei der Hausbank waren ausgereizt, Zulieferer konnten zunehmend nicht mehr bezahlt werden und drohten wegzufallen und es bestand ein wachsendes Abwanderungsrisiko der Kunden. Ziel war es, dem drohenden Teufelskreis entgegenzusteuern, die Transaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen und für die Gesellschafter und ihre Stakeholder die bestmögliche Lösung zu finden.
Das Team verschaffte sich daraufhin als erstes ein detailliertes Bild der Lage im Unternehmen und entdeckte in diesem Zuge, dass das Working-Capital optimiert und die Passivseite restrukturiert werden konnte, um das Verkaufsobjekt für Investoren attraktiver zu machen. Gleichzeitig kristallisierte sich heraus, dass die Informationsbasis sehr begrenzt war, da eine saubere Dokumentation im Zuge der Krisensituation vernachlässigt wurde. In Zusammenarbeit mit dem kaufmännischen Leiter des Unternehmens wurden die Informationen in Form von Marketingmaterialien aufbereitet, die Aussagen zum Geschäftsmodell des Unternehmens, Treibern der Branche, den Geschäftszahlen sowie einem finanziellen und strategischen Ausblick machten. Diese Informationen wurden anschließend anonymisiert und sämtlichen potentiell interessierten Investoren zugänglich gemacht. Die Restrukturierungsmaßnahmen zeigten Erfolg, da sich nach der Marktansprache mehrere Kaufinteressenten meldeten. Im Nachgang bestanden weitere Aufgaben in der Betreuung der Managementtermine mit den potentiellen Investoren, der Begleitung der Due Diligence, der Verhandlungsführung und abschließenden Einholung der indikativen und bindenden Kaufangebote. Der Zuschlag ging (nach Abschluss einer kartellrechtlichen Prüfung) schlussendlich an einen strategischen Investor, der alle Assets der Gesellschaft im Rahmen eines Asset Deals kaufte und sämtliche Mitarbeiter übernahm.

Auf einen Blick

  • Die aktuelle Krisensituation zwingt viele Unternehmer dazu über einen Notverkauf nachzudenken
  • Der Notverkauf (auch „Distressed M&A“-Fall genannt) bezeichnet den Verkauf eines wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmens unter Zeitdruck
  • Ein Notverkauf findet zumeist im Rahmen eines Asset Deals statt und dauert i.d.R. lediglich drei Monate – eine gründliche Due Diligence sowie weitreichende Unternehmensbewertungen entfallen somit
  • Aufgrund der zahlreichen Unwägbarkeiten sind potentielle Investoren für einen Distressed M&A-Deal schwer zu finden
  • Reagiert ein Unternehmer nicht rechtzeitig auf die Warnsignale droht ein Teufelskreis aus rechtlichen und unternehmerischen Konsequenzen
  • Die Einschaltung eines M&A-Beraters, erhöht die Chancen einen Investor zu finden signifikant und hat positive Auswirkungen auf den erzielbaren Verkaufspreis und die Arbeitsplatzsicherung der Mitarbeiter

Bild: cooldesign / freedigitalphotos.net

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